Über berufstätige Eltern, fehlende Wertschätzung und einem Mangelhaft für Vereinbarkeit.

Es gibt da ein Thema, welches mich schon seit Längerem beschäftigt. Nämlich die fehlende Wertschätzung von „Familienarbeit“ im Allgemeinen und die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Speziellen. Weiteren Zündstoff hat dann ein aktueller Artikel der „Süddeutschen“ geliefert, mit dem klingenden Titel „Plädoyer für die berufstätige Mutter“ (hier findet ihr den ganzen Artikel). Kurz zusammengefasst dreht es sich in diesem Artikel um die mangelhafte Wertschätzung gegenüber berufstätigen Müttern sowie um die zahlreichen Hürden, die ihnen permanent in den Weg geräumt werden. Fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz und rücksichtslose Kollegen und Vorgesetzte sind jetzt nur einige Punkte, die im Artikel aufgegriffen wurden.

„Du bist doch Hausfrau und das Problem betrifft dich gar nicht …“

Stimmt. Da ich momentan Hausfrau bin, habe ich gegenwärtig logischerweise keine Probleme mit Vorgesetzten und rücksichtslosen Kollegen. Wenn ich mir aber ansehe, welche Dramen sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis abspielen hinsichtlich einer angestrebten, vernünftigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Was sich gut ausgebildete, hoch motivierte Frauen da anhören dürfen und mitmachen müssen – es ist ein Graus. Wobei die Höhe des Bildungsabschlusses auch keinen Maßstab dafür darstellen sollte, wie man sich von Kollegen und Vorgesetzten zu behandeln lassen hat.

Völlig irrelevant ist für mich dabei zunächst die Tatsache, ob eine Frau arbeiten gehen muss (weil es finanziell nicht anders geht) oder ob sie arbeiten möchte (weil sie es für sich selbst eben so will). Jede Frau, die nach der Geburt ihrer Kinder in die Arbeitswelt zurückkehrt, hätte es verdient, bestmöglich in ihrem Vorhaben unterstützt zu werden. Und Anerkennung zu erhalten für diesen Spagat, den sie tagtäglich absolviert zwischen Kindern, Job und Haushalt.

Und bevor jetzt ein Aufschrei kommt, weil ich nur von „Frauen“ rede: Ja, Männer können genauso betroffen sein. Selbstverständlich. Häufig sind es aber nun mal die Frauen, die den Großteil der Familienarbeit stemmen. Ist so.

Teilzeitstellen? In der Realität sieht es düster aus.

Aktuell sehe ich gerade viele gut ausgebildete, engagierte Frauen, denen permanent Steine in den Weg gelegt werden. Das fängt an bei Teilzeitstellen, von vielen Müttern verständlicherweise sehr gewünscht, von Vorgesetzten jedoch „nur sehr ungern“ und unter großem Zähneknirschen vergeben. Die Damen werden üblicherweise lange in der Luft hängen gelassen und wissen bis kurz vor knapp meist überhaupt nicht, wie es bei ihnen nun beruflich weitergehen wird. Wird die ersehnte Teilzeitstelle dann genehmigt, erfolgt dies meistens auf den letzten Drücker. Aber ist egal, schließlich können sie ja froh sein, die Stelle überhaupt zu bekommen. Wer kleine Kindern hat braucht ja auch nicht so etwas wie Planungssicherheit …

Interessanterweise ist jedoch feststellbar, dass die meisten Mamas mit Halbtagsstelle schlussendlich doch mehr Stunden schuften, als vertraglich vereinbart. Begründung: Man hat eben so viel zu tun und so viele Aufgaben abzuarbeiten. Und da man glücklicherweise schon die Teilzeitstelle ergattert hat, will man jetzt ja nicht auch noch negativ auffallen und den anderen Kollegen zur Last fallen.

Damit wir uns jetzt nicht falsch verstehen – ich mache da meinen arbeitenden Freundinnen in keinster Weise einen Vorwurf. Im Gegenteil, ich kann sie voll und ganz verstehen! Es ist eher die Gesamtsituation, die ich als unmöglich empfinde. Eine Situation, die sie dazu zwingt, so zu denken und zu handeln.

Und was ist mit Homeoffice und Co.?

Viele meiner Bekannten üben Tätigkeiten aus, die sie (zumindest tageweise) auch problemlos im Homeoffice bewältigen könnten. Dies würde ihnen nicht nur einiges an Fahrzeiten einsparen, sondern auch in Ausnahmesituationen (wie beispielsweise bei einer Erkrankung der Kinder) eine enorme Erleichterung verschaffen. Ich weiß ja nicht, ob das jetzt in meinem Bekanntenkreis gehäuft auftritt oder ob es einen generellen Trend darstellt, aber: Arbeit im Homeoffice wird üblicherweise kategorisch abgelehnt.

Ich dachte ja, in der heutigen Zeit wären wir da irgendwie weiter. So von wegen „familienfreundliche Rahmenbedingungen“ und „hohe Flexibilität“ und so. Das gibt es bestimmt irgendwo. Woanders. Weit weg. Zumindest ich kenne niemanden persönlich, der aktuell davon profitieren würde.

Weit verbreitet ist wohl doch noch das alte Klischee, welches ich von meinen Tagen in der universitären Forschung kenne: Hauptsache, man zeigt möglichst lange Präsenz am Arbeitsplatz. Egal, was man da am Rechner gerade arbeitet / spielt / surft. Wie effektiv man trotz physischer Anwesenheit letztendlich arbeitet, ist sekundär. Ich dachte ja lange Zeit, dies wäre ein exklusives Phänomen vieler Arbeitsgruppen an der Universität. Es handelt sich jedoch offenbar um einen Trend, der auch in zahlreichen Unternehmen weiterhin vorherrscht.

Die Krux mit der Kinderbetreuung

Ich bin ja ein absoluter Fan davon, seine Kinder möglichst lange selbst zu betreuen. Wer meinen Blog liest, weiß das. Gibt man seine Kinder jedoch in die außerhäusliche Betreuung, sollte gewährleistet sein, dass die Kleinen in einem guten Umfeld von einer verlässlichen Person betreut werden. Das ist nicht nur wichtig für die Kinder, sondern auch für die Eltern. Die müssen nämlich ebenfalls ein gutes Gefühl bei der Sache haben.

In der Realität sehen sich die meisten Eltern jedoch mit zweierlei Hindernissen konfrontiert. Zum einen können sie froh sein, überhaupt einen Betreuungsplatz für ihr Kind zu bekommen. Dass es sich hierbei nicht zwangsläufig um eine gute oder gar „die gewünschte“ Einrichtung handelt, spielt keine Rolle. Die Eltern können schließlich froh sein, ihre Kinder überhaupt irgendwo „unter zu bekommen“. Zum anderen erhalten viele die Zusage für einen Betreuungsplatz erst kurz vor dem beruflichen Wiedereinstieg der Frau. Wie war das noch gleich mit der Planungssicherheit?

Zum anderen verhält es sich oft so, dass berufstätige Eltern die Kinderbetreuung trotz Kitaplatz nicht alleine stemmen können: Die Öffnungszeiten der Kita kollidieren mit den Arbeitszeiten, das Kind ist krank und muss spontan früher abgeholt werden oder -das Drama schlechthin- das Kind ist krank und ein Elternteil muss zu Hause bleiben! Unverschämt, wenn dies dann auch noch die Frau ist, die sowieso schon den Luxus einer Teilzeitstelle genießt …

Glücklich schätzen können sich diejenigen, die Oma und Opa in der Nähe haben. Wobei „Nähe“ ja auch relativ sein kann. Ich kenne eine Oma (wohnhaft im Saarland), die spontan zu Sohn und Schwiegertochter (nach Köln) gefahren ist, um das Enkelkind mittags aus der dortigen Kita abzuholen. Aufgrund einer Fortbildung wurde die Einrichtung an jenem Tag nämlich früher geschlossen und beide Elternteile mussten noch arbeiten. Tja, Pech gehabt. Zum Glück gab es die flexible Oma.

Willkommen im Jahr 2017

Ich bin mir ja nicht sicher, ob es sich vielleicht um meinen (etwas zu) subjektiven Eindruck handelt? Aber wird die Erziehungsarbeit und das „sich-um-die-Familie-kümmern“ gerade in Deutschland heutzutage nicht viel zu wenig anerkannt und gewertschätzt? Ob man nun

  • zu Hause ist und sich Vollzeit um seine Kinder kümmert („Heimchen am Herd!“),
  • in Teilzeit arbeitet und sich zerreibt, um allen Anforderungen gerecht zu werden („Sie kann so doch keinem wirklich gerecht werden!“) oder
  • Vollzeit arbeitet („Rabenmutter!“);

die Arbeit der Frauen (ja, meistens sind es nun mal die Frauen) erhält einfach zu wenig Wertschätzung. Betrachtet man alle oben aufgeführten Punkte zusammengefasst und lässt sie sich auf der Zunge zergehen: Ist das nicht eigentlich ein Unding? Dass diejenigen, die sich um ihre kleinen Kinder, also um nicht mehr oder weniger als unser aller Zukunft, kümmern, irgendwo aufgerieben werden zwischen mangelhafter Vereinbarkeit und ignoranter Behandlung aufgrund fehlender gesamtgesellschaftlicher Wertschätzung?

Oder müsste es nicht vielmehr so sein, dass Frauen in ihrem individuellen Wunsch, wie sie ihr Leben in dieser Phase gestalten möchten, unterstützt werden? Ob das nun eine vorläufige Pause vom Erwerbsleben bedeutet, eine Teilzeitstelle oder die volle Erwerbstätigkeit – gehört nicht jedes individuelle Modell unterstützt und vor allem auch geachtet? Das würde doch eine gleichwürdige Gesellschaft ausmachen, oder? Irgendwie sind wir hiervon jedoch noch weit entfernt. Trotz aller geschwungener Reden über Vereinbarkeit und Co..

Was ich noch anmerken will …

… am Ende meines Artikels: Zu einem Punkt aus dem eingangs erwähnten Artikel der „Süddeutschen“ muss ich noch Stellung beziehen. Von der Autorin werden mehrere Thesen aufgestellt, die dafür sprechen, dass Frauen ihre Berufstätigkeit fortsetzen sollten, wenn sie Kinder haben. Hier fände ich die Formulierung passender, dass es „Frauen ermöglicht werden sollte, ihre Berufstätigkeit ohne Einschränkungen fortzusetzen, sofern sie es wünschen / müssen“.

Und These sieben besagt : „Berufstätige Mütter bleiben am Ball, erhalten ihre Lernfähigkeit (…) und sind auf die Anforderungen unserer schnelllebigen Welt vorbereitet“. Dies hat mir zugegebenermaßen etwas Stirnrunzeln bereitet. Wie verhält es sich denn im Umkehrschluss mit Müttern, die einige Jahre zu Hause bleiben? Also Frauen wir mir, zum Beispiel? Kann ich meinen Doktor in Biophysik demnach „in die Tonne stopfen“, da ich sowieso nicht am Ball bleiben, meine Lernfähigkeit verlieren und den Anforderungen unserer schnelllebigen Welt nicht mehr gerecht werden kann? Nicht wirklich jetzt, oder?

Im Artikel wird gefordert „eine Lanze zu brechen“ für berufstätige Mütter. Ein Paradigmenwechsel solle angestrebt werden. Für mehr „Wohlwollen, Empathie, Respekt und Wertschätzung“. Dies sollte meiner Meinung nach für alle Frauen gelten, egal, welches Lebensmodell sie anstreben. Auf der einen Seite eine Forderung aufzustellen, auf der anderen Seite jedoch eine ganze Gruppe von Frauen anhand selbst aufgestellter Thesen zu diskreditieren, verbietet sich meines Erachtens nach von selbst.

Wie seht ihr dieses Thema? Handelt es sich um ein generelles Problem unserer Gesellschaft oder tritt in unserem Umfeld gerade nur eine Häufung solcher Probleme auf? Könnt ihr selbst ein Lied davon singen und wie habt ihr die Situation gelöst? Hinterlasst mir doch gerne eure Sichtweise / eine Anmerkung / eure Kritik als Nachricht in den Kommentaren. Über einen Austausch würde ich mich freuen!

19 Kommentare zu Über berufstätige Eltern, fehlende Wertschätzung und einem Mangelhaft für Vereinbarkeit.

  1. Einen Aspekt möchte ich noch hinzufügen: kleine Firmen tun sich generell schwer damit, Teilzeitstellen anzubieten, weil sie aus jede einzelne Kraft angewiesen sind. Fällt diese aus gibt es meist keinen, der diese Arbeit vorübergehend übernehmen kann. Dafür ist jeder meist Spezialist(in) in ihrem/seinem Gebiet. Fehlt nun eine Mami, weil ihr Kleines mal wieder krank ist, hat auch die Firma ernsthafte Probleme, die hier fairer Weise erwähnt werden sollten.
    Bei größeren Firmen und Konzern-Unternehmen kann ein vorübergehender Ausfall von mehreren Kollegen/-innen aufgefangen werden, weshalb Arbeitsflexibilisierung leichter wird.
    Ich denke, dass ein gegenseitiger Austausch über die jeweiligen Herausforderungen das beidseitige Verständnis fördern könnte.
    Da liegt es auch an uns Mamis klar zu kommunizieren, was wir bereit sind zu stemmen und wo wir ein Entgegen kommen seitens des Arbeitgebers wünschen. Oftmals werden gerade diese Dinge nicht klar und konkret angesprochen und folglich nicht geklärt.
    Bin selbst Zweifach-Mami, arbeite auf 60-70% und kenne Omi/Opi-Background bzw. soziales Auffang-Netzwerk nicht. Mir hat es sehr geholfen, auch selbstbewusst hinter meiner Position zu stehen.
    Denn eins ist klar: guten Mitarbeitern wird eine Firma meist entgegen kommen wollen, aber wenn sie nicht weiß, womit du tagein-tagaus zu kämpfen hast, dann kann sie dich auch nicht unterstützen.
    Klare Worte und ein gemeinsames Arbeiten an einer für beide Parteien möglichen Win-Win-Lösung.
    Das könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein…

    LG
    Ewa

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    • Hallo Ewa,
      da hast du einen sehr wichtigen Aspekt angesprochen und ich bedanke mich ganz herzlich für deine Anmerkung!!!
      Fehlende bzw. mangelhafte Kommunikation ist sicher ein Problem in vielen Bereichen…
      Nochmals herzlichen Dank, Lisa

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  2. ronjarosegold // 13. Mai 2017 um 13:43 // Antwort

    Interessanter Post! Es ist leider nicht so leicht alles unter einen Hut zu bringen und leider werden berufstätige Frauen immer noch anders behandelt als Männer! Echt schade! Liebe Grüße ronja von http://ronjarosegold.de

    Gefällt 1 Person

  3. Hi meine Liebe
    Ein super interessantes Thema und ich kann dir voll und ganz zustimmen. Ich denke als Mutter kann man es kaum jemandem recht machen. Jemand hat immer etwas zu meckern. Ich habe grossen Respekt vor allen Müttern die es schaffen Teilzeit zu arbeiten, Haushalt zu managen und die Kinderbetreuung zu organisieren. Denn wie du schreibst haben nicht alle Oma und Opa in der Nähe. Ich denke Homeoffice ist ziemlich schwierig, wenn das Kind noch klein oder krank ist. Sicher aber eine gute Lösung um Wege zu sparen oder wegen der Öffnungszeiten der Kita / Schule. Ich weiss nicht wie ich dies in ferner Zukunft einmal handhaben werde.
    Mit lieben Grüssen Lena

    Gefällt 1 Person

  4. Wirklich sehr guter Beitrag! Ich finde auch, dass man uns Frauen mehr unterstützen sollte! Habe noch keine Kinder, aber kann mir schon vorstellen, wie schwer es ist, wenn man einmal raus ist, wieder an die Position zu kommen.
    Liebe Grüße,
    Lina von linalawnista

    Gefällt 1 Person

  5. Ein Grund warum ich nach der Elternzeit nicht in meinen Job zurück gekehrt bin war die Unflexibilität. In Australien z. B. ist es normal, dass Frauen nach der Geburt erst mal von Zuhause aus arbeiten und sich per Internet zu Konferenzen, Besprechungen etc. einschalten. So ist es bei einigen Bekannten. Deutschland ist da noch weit weg davon. Wäre aber wünschenswert!

    Gefällt 1 Person

    • Oh, ich wusste gar nicht, dass Australien in dieser Hinsicht so fortschrittlich ist! Ich muss mich mal genauer damit befassen; von Australien habe ich jetzt schon mehrere tolle Dinge (auch in Richtung Kinderbetreuung) gehört …

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  6. Ich finde diese Unvereinbarkeit nochnimmer sehr unfair! Kinderbetreuung kostet viel oder man bekommt keinen Platz soll aber trotzdem arbeiten gehen oder auch nur zu Hause sein! Egal wie man es macht, irgendwem passt es sicher nicht! Vielleicht ändert sich die Lage ja noch wenn die Geburtenrate so drastisch sinkt, dass eine Änderung her muss!

    Viele Grüße
    Denise von
    http://www.lovefashionandlife.at

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  7. Ja, da ist unsere Gesellschaft wohl noch nicht so weit, wie das alle immer wieder sagen.

    Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir beide Teilzeit arbeiten und unser Sohn in einer wirklich tollen Krippe sein kann, an den Tagen wo beide arbeiten. Aber es stimmt. Während 80% nun doch relativ häufig möglich ist, wird ein tieferes Teilzeitpensum enorm schwer. Gerade wenn man über eine gute Ausbildung verfügt.

    Wobei, ich bin überzeugt, dass wohl jede grössere Firma die Werte „familienfreundliche Rahmenbedingungen“ und „hohe Flexibilität“ voll und ganz unterstützt, damit wirbt, davon redet, darüber schreibt – man ist ja schliesslich ein fortschritlicher Betrieb. Nur, wenn es dann tatsächlich mal ein Mitarbeiter wagen möchte, dies konkret in die Tat umzusetzen, wehe dem…

    https://www.querdurchdenalltag.com/kind-in-krippe-freud-und-leid-des-tageweisen-getrennt-sein

    Liebe Grüsse, Stefan

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  8. Liebe Jil,

    danke für deinen tollen Blogpost! Ja, du sprichst mir aus der Seele! Ich finde die Situation für alle Beteiligten schlimm.

    Als Frau kann man es niemanden recht machen – wie du schreibst ;-( …

    Ich selbst zerreibe mich seit meine Kinder (4,6) auf der Welt sind. Ich bin selbständig, musste jahrelang um einen KITA Platz kämpfen obwohl ich keinen Tag in Karenz war, steht im Job unter Druck, darf mich dann noch um Haushalt und Co kümmern und habe definitiv viel zu wenig Zeit für meine Kinder. Wir haben keine Großeltern oder sonst jemanden der aushelfen kann wenn wir oder die Kinder krank sind. Bitte frag nicht was passiert wenn mir der Kindergarten eines meiner Kinder nach Hause schickt – es bricht alles zusammen. Weil kein Babysitter so kurzfristig einspringen kann und ich ja meine Termine hinbekommen muss. Unterstützung vom Staat bekommt man in Österreich nicht – eigentlich wäre den Politikern recht alle Mamis bleiben zu Hause und nehmen den Männern nicht den Job weg! Man bekommt nur „Prügel vor die Füße“ … ist gestresst, unentspannt und hat pausenlaus das Gefühl nicht fertig zu werden und nicht alles zu schaffen. Zumindest geht es mir so … eine frustrierende Situation.

    Wenn ich „nur“ zu Hause wäre, würde mir sicherlich nicht langweilig werden, weil der Tag mit Kindern und Haushalt definitiv ausgefüllt wäre. Aber mit Vollzeitjob, kleinen Kindern, Haushalt und ohne jegliche Unterstützung ist der Alltag kaum hinzubekommen.

    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Verena,
      wow – ganz herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich frage mich ja immer, wie es andere hinbekommen, die berufstätig sind UND die Verantwortung für die Kinder haben. Meine Freunde haben wie geschrieben fast alle Oma + Opa in Reichweite. Und ohne deren Hilfe würden sie in manchen Situationen ganz schön bescheiden dastehen!
      Und Respekt vor deiner Leistung! Hut ab!
      Liebe Grüße, Lisa

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  9. Ich finde es wichtig, dass sowohl Mütter als auch Väter die Zeit bekommen, sich um ihre Kinder zu kümmern und auch mit ihnen in den Urlaub etc. zu fahren. Ich muss aber sagen, dass ich es nicht in Ordnung finde, wenn andere Kollegen dafür aber permanent zurückstecken müssen. Bei uns gibt es ganz viele Kolleginnen, die in Teilzeit arbeiten und daher immer für die Frühschicht eingeteilt sind. Dadurch müssen andere aber IMMER Mittel- und Spätschichten schieben, obwohl eigentlich ein regelmäßiger Wechsel vorgegeben ist. Außerdem gibt es so viele Eltern bei uns, dass die kinderlosen Kolleginnen / Kollegen in den entsprechenden Abteilungen im Sommer nie Urlaub nehmen können. Das finde ich dann auch nicht fair. Ich finde so etwas, sollte auch immer mit bedacht werden…
    Liebe Grüße
    Jil von http://jilsblog.com

    Gefällt 3 Personen

  10. Ich kann Deinem Beitrag nur voll und ganz zustimmen. Ich finde es auch unerträglich, dass ich als Mutter, egal für was ich mich entscheide, immer kritisiert werde. Ich kenne es auch, dass ich in Teilzeit nun regelrecht im Akkord arbeite, um meine Teilzeit zu rechtfertigen. Das ist nicht in Ordnung. Ich bin sehr glücklich, ein Kind zu haben, aber oft sehr unglücklich darüber, dass man als Mutter in Deutschland nur bevormundet wird, egal, was man tut.

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