Vom Wunschfamilienalltag: Wir leben ihn, unseren Wunschalltag.

Zugegeben – diesen Artikel hätte ich in dieser Form wohl nicht geschrieben, wenn ich nicht den Aufruf zur Blogparade #WunschFamilienAlltag von Frau Birnbaum gesehen hätte. Das ein oder andere mal hatte ich bereits darüber nachgedacht, unseren Alltag nicht nur im Ablauf zu verbloggen (wie zum Beispiel bei #wmdedgt oder den monatlichen 12 von 12), sondern darüber zu berichten, wie wir unseren Alltag konkret erleben und ihn empfinden.

Weshalb ich damit gezögert habe? Nun, ich empfinde es immer als etwas schwierig, wenn man sich  hinstellt und verkündet: „Bei uns ist es gerade so total toll! Seht mal alle her – wir genießen unser Leben in vollen Zügen!“

Einerseits bin ich da etwas befangen. War es nicht so, dass man so etwas gar nicht aussprechen darf, da es sich sonst ins Gegenteil verkehrt? Aber da Aberglaube ja bekanntlich Unglück bringt 😉 lassen wir das jetzt einfach und ich komme zum nächsten Punkt: Muss man sich wirklich hinstellen und verkünden, wie toll es gerade bei einem läuft? Wie prima alles ist? Oder sollte man sich nicht lieber einfach im Stillen  darüber freuen, ohne dem Bedürfnis zu folgen, es jetzt unbedingt an die große Glocke hängen zu müssen?

Nachdem ich nun mehrere Tage darüber nachgedacht habe, folge ich jedoch dem Aufruf zur Blogparade und tue es einfach! 🙂 Meine Hauptintention, weshalb ich mit dem Bloggen begonnen habe, war zu zeigen, wie das Leben als Hausfrau und Selbstbetreuerin aussehen kann. Denn meiner Meinung nach gibt es nach wie vor zu viele falsche Vorstellungen und verstaubte Rollenbilder. Ich möchte zeigen, dass dieses Lebensmodell Spaß machen kann und ziemlich genial ist. Also, warum nicht einmal im Klartext davon erzählen?

Unser Wunschfamilienalltag: Wir leben ihn.

Von außen betrachtet sind wir wohl eine sehr klassische, konservative  Standardfamilie: Eltern, zwei Kinder, Hund und Haus im Grünen. Vor diesem Haus parkt dann auch noch der klassische Familienvan. Die Mama ist zu Hause, betreut die Kinder und schmeißt den Haushalt, während der Papa arbeiten geht und den Familienunterhalt sichert. Die Kinder besuchen keinen Kindergarten, sondern werden von der Mama ziemlich bullerbümäßig zu Hause betreut und toben im Sommer den ganzen Tag barfuß mit dem Hund durch den Garten.

Okay, ganz so bilderbuchmäßig geht es dann bei uns doch nicht zu, aber im Kern stimmt es schon. Ich bin Hausfrau 😉 und kümmere mich hauptsächlich um die Kinder und den Haushalt (und den Garten, den Hund, den Großeinkauf, die Termine der Kinder, etc.), während mein Mann berufstätig ist und die finanzielle Basis für unser Leben schafft. Mein Mann und ich sehen uns als Partner, die gemeinsam das „Projekt Familie“ stemmen: Jeder hat seinen Aufgabenbereich und leistet seinen Beitrag dazu, damit das Ganze am Laufen bleibt. Die Aufgaben sind klar zugeordnet und jeder arbeitet seine „Pflichten“ ab.

Das läuft ziemlich gut. Wir haben  beide viel Zeit für die Kinder: Ich sowieso und mein Mann kann abends mehrere Stunden mit ihnen verbringen, da unsere beiden recht spät zu Bett gehen. Viele Dinge erledige ich unter der Woche, sodass wir am Wochenende viel Zeit für andere Dinge übrig haben.

Das klassische Familienmodell: Bei uns läuft es!

Als wir uns vor über vier Jahren dazu entschieden haben, dieses Lebensmodell zu testen, wussten wir nicht, auf was wir uns einlassen würden. Als Ingenieur und Naturwissenschaftlerin hatten wir beide immer viel (und gerne) gearbeitet, Verantwortung getragen und Geld verdient. Wir wussten nicht, wie wir uns in unseren neuen Rollen zurechtfinden würden. Aber  eigentlich erging es uns damit wohl einfach wie so ziemlich allen, die zum ersten mal Eltern werden: Wir wussten nicht, was genau auf uns zukommt und wie das Leben mit Kind aussehen würde.

Nach der Geburt unserer Tochter haben wir dieses „klassische“ Lebensmodell jedoch ausprobiert, uns neu positioniert und uns in unsere neuen Rollen eingelebt.  Und haben ziemlich schnell gemerkt, dass es rund läuft. Dass unser Alltag zwar stressig und anspruchsvoll ist, wir ihn jedoch  gut meistern und ihn sogar genießen können. Und dass es bei uns, im Vergleich zu anderen Familien, dann doch recht stressfrei und entspannt zugeht.

Darüber, wie wir unser Leben empfinden

Unser Leben empfinden wir als sehr angenehm. Denn sowohl mein Mann und ich können das tun, was uns im Moment am meisten zusagt: Ich kann mich voll und ganz um unsere Kinder kümmern, viel Zeit mit ihnen verbringen und -ganz kitschig gesprochen- die gemeinsame Zeit mit ihnen einfach genießen. Spannende Dinge mit ihnen unternehmen. Ihnen die Welt zeigen und erklären. Für sie da sein – ohne Stress, Hektik oder Termindruck.

Mein Mann hingegen kann das tun, was ihm am meisten Spaß macht: In seinem Beruf aufgehen, täglich etwas erreichen, weiterkommen. Und er kann, um ehrlich zu sein, auch dem häuslichen Trubel für einige Zeit entfliehen. Denn er „könnte das nicht den ganzen Tag“, wie er selbst sagt. Muss er aber auch nicht. Und das ist auch okay.

So hat jeder von uns seinen Part, den er mit Elan und Spaß ausführen kann. Ich bin froh, dass mein Mann den Familienunterhalt sichert und ich hierdurch die Möglichkeit habe, das zu tun, was ich aktuell am liebsten möchte. Mein Mann hingegen ist froh, dass er im Beruf „Gas geben“ kann und seine Kinder, wie er sagt, „bestens versorgt und perfekt betreut“ weiß.

Und nein, ich habe auch nicht das Gefühl, mich unter Wert zu verkaufen oder die „Hausangestellte“ meiner Familie zu sein. Ich habe keine Angst, zu Hause zu „verblöden“ und sehe meine Tätigkeit auch nicht als niederen Dienst an, bloß weil ich einen Doktor in Biophysik habe und jetzt „nur noch“ zu Hause bei den Kindern bin. Ich habe eine Aufgabe, die mich glücklich macht, ausfüllt und fordert. Und ich habe einen Mann, der meine Arbeit wertschätzt. Täglich. Ohne die Wertschätzung meines Mannes könnte ich diese Aufgabe auch sicherlich nicht in dieser Form erledigen. Und ich würde es wahrscheinlich auch gar nicht wollen.

Und jetzt ist also alles rosarot, oder wie?

Nein, bei uns ist es definitiv nicht perfekt und auch wir haben Sorgen, Probleme und Nöte. Wir haben Stress, Streit und manchmal herrscht hier ein ziemliches Chaos. Mein Mann und ich streiten, der Wäschekorb quillt über und im Wohnzimmer sieht es aus, als wäre eine (Spielzeug-)Bombe explodiert.

Unsere Kinder sind sehr lebhaft und laut, sie machen Chaos, schreien und sind manchmal kaum zu bändigen. Es gibt Tage, da schlaucht mich die nie enden wollende Arbeit des Haushalts und die permanente Lautstärke der Kinder. Mein Mann kommt  dann vielleicht auch noch gestresst von der Arbeit nach Hause und uns ist einfach alles zu viel. Die Kinder merken diese Anspannung und drehen in der Folge noch mehr auf.

Auch bei uns gibt es diese Tage. Das ist eigentlich klar, oder? Aber so ist das eben. Das nennt man dann „das Leben“ und es gehört dazu. Das Gute ist, dass wir meistens schnell wieder aus der Anspannung heraus finden und zügig wieder ein geordneterer Alltag einkehrt. Und dann läuft auch alles wieder besser. Denn im Grunde sind wir mit unserem Leben und unserem Alltag sehr zufrieden – und dieser Grundgedanke hilft definitiv, relativ unbeschadet durch turbulente Zeiten zu kommen.

Daher mein Fazit: Wir leben unseren Wunschfamilienalltag. Es ist nicht perfekt bei uns, aber wir sind zufrieden, wie es läuft. Und genau das ist es doch, worauf es im Leben ankommt und was das Leben lebenswert macht!

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