Routine, die

Substantiv, feminin

„Durch längere Erfahrung erworbene Fähigkeit, eine bestimmte Tätigkeit sehr sicher, schnell und überlegen auszuführen.“

Quelle: Duden

Hallo ihr Lieben!

Habt ihr euch eigentlich schon einmal die Frage gestellt, weshalb feste Gewohnheiten in unserem Alltag so wichtig sind? Warum sie von unglaublichem Nutzen sind und inwiefern sie uns wirklich helfen können, in unserem everyday life besser klarzukommen? Falls ihr euch bereits mit dieser Fragestellung beschäftigt habt, werdet ihr sicherlich bereits gemerkt haben, dass dies ein unglaublich spannendes Themengebiet ist.

Etablierte Routinen sind deshalb so wichtig, da sie unserem Alltag eine Struktur geben und uns dabei helfen, die vielen Aufgaben und ToDos in unserem Tagesablauf ohne allzu großen Aufwand zu bewältigen (1). Das klingt doch gut, oder? 🙂

Zudem sind Routinen in stressigen bzw. turbulenten Zeiten eine wertvolle Stütze, da es sich bei ihnen um mehr oder weniger eingeübte Prozesse handelt, die wir mechanisch und ohne größeren Aufwand „abspulen“ können. Und wenn es im Leben dann einmal drunter und drüber geht, können wir auf diese einprogrammierten Prozesse zurückgreifen, sie geben unserem Tag einen Rahmen und wir gehen Dinge, die gemacht werden müssen, auch definitiv an (2). Keine Chance also für „Aufschieberitis“ oder „Das mache ich lieber morgen“.

Routinen sind wichtig – egal ob im Job, im Haushalt oder im Privatleben

Dass das Thema „Routinen“ für viele ein großes Anliegen ist zeigt mir quasi täglich die Tatsache, dass auf meinem Blog ein Beitrag deutlich häufiger aufgerufen wird als fast alle anderen – und dies nun durchgängig seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2017.

Im Schnitt erreichen über 12.000(!) Personen pro Monat diesen Beitrag, nachdem sie in der Google-Suche die Stichworte „Routinen“ und „Haushalt“ eingetippt haben und schließlich auf meinem Blog landen. Den kompletten Beitrag könnt ihr übrigens hier nachlesen: 8 Haushaltsroutinen für jeden Tag, die dir das Leben leichter machen

Beitrag Haushaltsroutinen

Das Themengebiet „Routinen“ beschäftigt also tagtäglich unglaublich viele Menschen. Und dabei ist es eigentlich egal, ob es um unseren Haushalt oder unser Berufs- / Privatleben handelt.

Fakt ist also: Die meisten Menschen wissen, dass Routinen wichtig sind und den Alltag enorm erleichtern (können). Fakt ist jedoch auch: Vielen fällt es schwer, Routinen und feste Gewohnheiten zu etablieren. Oder sie scheitern bereits im Vorfeld daran, die für sich wichtigen Routinen überhaupt erst einmal zu finden.

Daher möchte ich in diesem Beitrag einmal etwas genauer beleuchten, was Routinen überhaupt sind und weshalb feste Gewohnheiten so wichtig sind. Denn eines muss ich euch an dieser Stelle noch offenbaren…

Mit festen Routinen habe ich es geschafft – also schafft ihr es ebenfalls, euer Leben einfacher und leichter zu gestalten!

Auch ich bin früher zugegebenermaßen eher chaotisch gewesen und hatte keinen Plan von Routinen oder Gewohnheiten. Seit ich jedoch die für mich passenden Routinen gefunden habe und diese auch konsequent(!) in allen Lebensbereichen umsetze, ist mein Leben um so vieles einfacher, leichter und strukturierter geworden.

Und dabei handelt es sich jetzt nicht bloß um eine leere Phrase. Mein Mann und ich haben beide ein recht volles Tagespensum – denn neben unseren 4 Kindern gibt es da ja auch noch so „Kleinigkeiten“ 😉 wie Hund, Job, Haushalt, Garten, etc.. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen?) sind wir beide sehr strukturiert, legen viel Wert auf ein geordnetes Umfeld und haben trotz allem nicht das Gefühl, uns permanent zu verausgaben.

Die Zeiten, in denen wir permanent von einem Termin zum anderen gehetzt sind und nebenbei noch unseren Haushalt / Garten in den Griff bekommen mussten, sind für uns definitiv schon lange vorbei. Und zu verdanken haben wir dies weder einem 20-Stunden-Tag noch einer Haushälterin oder anderem Personal 😉 Sondern einzig und allein der Tatsache, dass wir unsere Tage sehr gut planen, im Vorfeld strukturieren und viele feste Routinen und Gewohnheiten in unseren Alltag integriert haben!

Routinen im Alltag sind wichtig

1) Was genau ist eigentlich eine Routine?

Zuerst einmal stellt sich nun natürlich die Frage, was eine Routine überhaupt ist.

Wie bereits oben erwähnt, handelt es sich bei einer Routine um eine Fähigkeit, die man durch längere Erfahrung (also immer wieder praktiziertes Verhalten) schließlich sehr sicher und schnell (quasi im Schlaf) ausführen kann.

Wie alle erlernten Verhaltensweisen können wir eine Routine also ausführen, ohne zuvor großartig über unser Vorgehen nachdenken zu müssen. Das spart Energie, Zeit und auch jede Menge Nerven.

Dies wird auch in der Psychologie entsprechend definiert. Sie beschreibt Routinen als eine „Gelernte Handlung (…), die aufgrund des Wissens der Person als Standardlösung für wiederkehrende Entscheidungssituationen in Frage kommt“ (3).

Machen wir hierzu ein kleines Gedankenexperiment: Denkt einfach mal daran, wie ihr euch am ersten Tag auf eurer neuen Arbeit oder an der Uni gefühlt habt. Wie wenig wusstet ihr, wie unsicher wart ihr und wie anstrengend war die neue Situation zunächst einmal? Oder betreibt ihr schon länger einen Sport oder spielt vielleicht Schach? Denkt einmal zurück – wie waren da die Anfänge? Wie sehr musstet ihr euch zunächst bei Dingen anstrengen, die euch mittlerweile fließend und ohne Nachzudenken von der Hand gehen?

Routinen und Gewohnheiten erleichtern den Alltag

2) Wie lange dauert es, eine neue Routine zu etablieren?

Nun mögt ihr euch denken, dass das mit den Routinen und der damit verbundenen Einfachheit im Leben ja alles schön und gut ist.

Die Frage aller Fragen ist jedoch: Wie lange dauert es bzw. wie lange muss man „ranklotzen“, bis einem eine Routine in Fleisch und Blut übergegangen ist? Und die Antwort auf diese Frage lautet: Es gibt keine Antwort 😉

Denn es ist einfach viel zu sehr davon abhängig,

  • welche Routine(n) man in seinem Leben etablieren möchte (mit wieviel Aufwand ist die neue Gewohnheit verbunden?)
  • wo man persönlich steht (ein ordentlicher Mensch wird bei sich zu Hause schneller eine Haushaltsroutine etablieren können als ein Messie; ein aktiver Mensch wird eher damit beginnen regelmäßig zu joggen als ein „Couchpotato“)
  • wie wichtig einem die Umsetzung ist und wie sehr man es schafft, seinen Fokus im Blick zu behalten (jeder ist anders und schafft gewisse Dinge einfach unterschiedlich gut / schnell)

Die gute Nachricht ist jedoch, dass es ein paar Anhaltspunkte gibt, an denen man sich orientieren kann 🙂

3 Wochen: Die 21-Tage-Theorie

Der amerikanische Schönheitschirurg Maxwell Maltz fand bereits bereits vor über 50 Jahren heraus, dass Patienten im Schnitt 21 Tage benötigten, bis sie sich an operative Veränderungen in ihrem Gesicht gewöhnt hatten. In Folge weitete er seine Beobachtungen auch auf weitere Bereiche des Lebens aus und fand heraus, dass viele Veränderungen nach rund 3 Wochen im Leben gefestigt waren (4).

Für die 21-Tage-Theorie gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis (5). Maltz begründete diese Theorie lediglich auf seinen eigenen Beobachtungen.

Rund 2 Monate: Die 66-Tage-Theorie

Laut der britischen Forscherin Phillippa Lally vom University College London dauert es im Schnitt 66 Tage, bis man eine alte (schlechte) Gewohnheit abgelegt und durch eine neue (bessere) Gewohnheit ersetzt hat. Dies hatte eine Studie zum Ess-, Trink- und Sportverhalten der getesteten Probanden ergeben (6).

Die 66-Tage-Theorie bezieht sich jedoch lediglich auf relativ leicht im Alltag zu integrierenden Gewohnheiten.

3 Monate: Die 90-Tage-Theorie

Im Internet findet man unglaublich viele Seiten und Ratgeber, die den Zeitraum zur Etablierung einer neuen Gewohnheit mit drei Monaten angeben. Eine Begründung ist hierbei immer die Tatsache, dass die Ausbildung neuer neuronaler Verbindungen eben diesen Zeitraum in Anspruch nehmen würde und die neue Routine nach dieser Zeit „gefestigt“ sei.

Auch die bereits oben beschriebene Studie vom University College London beschreibt, dass die Etablierung komplexerer neuer Gewohnheiten um die drei Monate dauern würde.

Einige Wochen bis hin zu 6 Monaten

Eine neuere Studie mit über 30.000 Probanden unter Leitung von Colin Camerer vom California Institute of Technology hat ergeben, dass die Etablierung einer neuen Routine zwischen mehreren Wochen bis hin zu einem halben Jahr dauern kann. Abhängig war dies von der Komplexität der jeweiligen neuen Gewohnheit sowie von der Persönlichkeit des jeweiligen Probanden selbst (7).

Fazit: Eine Routine zu etbalieren dauert so lange, wie es eben dauert

Es gibt keinen wirklich fest definierten Zeitraum, den man veranschlagen muss, wenn man eine Routine in seinem Tagesablauf fest verankern möchte. Es wäre ja auch wirklich zu schön gewesen, oder? 😉

Stattdessen ist es eher abhängig von der eigenen Persönlichkeit, der Art / Komplexität der jeweiligen Routine sowie dem jeweiligen persönlichen Umfeld (7, 8).

Wie man es schafft, neue Routinen im Alltag zu integrieren

Die Macht der Gewohnheit: Feste Routinen erleichtern unseren Alltag enorm

Man muss eine neue Gewohnheit also „lediglich“ als feste Routine in seinen Alltag einbauen und schon läuft das Ding von alleine? Ganz so einfach ist es natürlich nicht 😉

Es verlangt schon einiges an Einsatz, Elan und Durchhaltevermögen, um eine neue Gewohnheit wirklich fest in einem Lebensbereich zu verankern. Ist euch selbst dieses Anliegen jedoch wirklich wichtig, so werdet ihr es auch hinbekommen! Und hat man sein Vorhaben dann umgesetzt, wird man schnell merken, wie einfach und leicht einem vieles plötzlich fällt – und man will nie wieder in die alte Situation zurück.

Dann ist es also auch schon an der Zeit, die nächste Routine zu etablieren. Demnächst wird hier auf dem Blog noch ein weiterer Beitrag zum Thema Routinen erscheinen. Darin werde ich euch verraten, wie man es schafft, mit ein paar ganz einfachen Schritten neue Gewohnheiten fest in seinen Alltag einzubauen. Seid gespannt und bis dann! 😉

Quellen:

(1) ARD alpha

(2) Welt

(3) Lehrbuch Psychologie, Springer

(4) M. Maltz, „Psychokibernetik“, erstmals erschienen 1960, erweiterte Ausgabe erschienen 2022 im FinanzBuchVerlag, ISBN: 978-3-95972-608-5

(5) California Institute of Technology

(6) Psychologisches Institut der Universität Zürich

(7) Welt

(8) Zeit online