Ein Labrador aus Arbeitslinie: Der perfekte Familienhund?

Schwarzer Labrador Retriever aus Arbeitslinie

Ihr Lieben, heute wird es tierisch hier auf dem Blog! Es ist definitiv an der Zeit, unserer schwarzen Herzdame einen eigenen Artikel zu widmen!

Gerade in letzter Zeit wurde ich von euch recht häufig auf unseren Hund angesprochen. Und es haben mich auch viele Nachfragen bezüglich Rasse, Temperament und dem Zusammenleben mit unseren Kindern erreicht. Es freut mich natürlich sehr, dass unsere schwarze Dame so gut ankommt 🙂 Denn wir sind auch alle ganz verrückt nach ihr und sie hat ihren festen Platz innerhalb unserer Familie.

Also habe ich es angepackt und die wichtigsten Basics rund um unseren Vierbeiner aufgelistet!

1) Basics zum Labrador Retriever aus Arbeitslinie

Nur eine der sechs Retriever-Rassen

Ja, also die Rasse heißt wirklich Labrador Retriever. Es handelt sich nicht(!) um einen Mischling aus Labrador und Golden Retriever 🙂

Neben Labrador Retriever und Golden Retriever gibt es übrigens noch vier weitere Retriever-Rassen: Flat Coated Retriever, Curly Coated Retriever, Chesapeake Bay Retriever und Nova Scotia Duck Tolling Retriever.

Gemeinsam ist ihnen allen, dass es sich um Apportierhunde handelt, also um Jagdhunde (to retrieve = zurückbringen). Ja, der Labrador ist ein klassischer Jagdhund 😉 Gezüchtet wurde er ursprünglich für die Arbeit nach dem Schuss als Apportierhund für geschossenes Flugwild.

 Der Labrador Retriever: Ein agiler Jagdhund

Dies ist ein Aspekt, den man unbedingt im Hinterkopf behalten sollte: Bei einem Labrador handelt es sich eigentlich nicht um den gemütlichen, trägen Sofahund, den sich viele unter ihm vorstellen. Sondern um einen aktiven Wasserhund mit ausgeprägtem Apportiertrieb. Diese Eigenschaft sollte er auch auf jeden Fall regelmäßig ausüben dürfen, um ein glückliches Leben führen zu können.

Im VDH-Rasselexikon (VDH = Verband für das Deutsche Hundewesen) wird folgende Empfehlung ausgesprochen:

„Der Labrador eignet sich für aktive Menschen, die weite Spaziergänge bei jeglichem Wetter nicht scheuen; die den Labrador als richtiges Familienmitglied ansehen und bereit sind, die Zeit und Mühe zu investieren, die notwendig ist, um ihm ein rassegerechtes Leben zu ermöglichen. Nur dann kann er all seine guten Eigenschaften zeigen.“ (1)

Jagdhund Labrador

2) Labrador ist nicht gleich Labrador

Sind wir mit unserer Hündin unterwegs, werden wir sehr oft darauf angesprochen, dass sie ja wirklich noch sehr jung wäre. Und zugegeben: Sie ist relativ klein, sehr(!) schlank und beim Zusammentreffen mit anderen Hunden meist leicht „überdreht“. Der typische Junghund eben.

Allerdings ist unsere Hündin bereits zehn Jahre alt. Und ich behaupte einfach mal, dass sie wirklich keine Hündin vom Typ „gesetzte, ältere Dame“ ist 😉

Hunde aus Arbeitslinie (Field Trials) vs. Hunde aus Showlinie

Dies liegt zum Großteil daran, dass es sich um einen Hund aus Arbeitslinie handelt. Beim Labrador haben sich nämlich über die Jahre zwei Zuchtrichtungen herausgebildet: Es gibt einmal die „klassische“ Showlinie und dann noch die Hunde aus Arbeitslinie.

Die meisten „Labis“, die man draußen antrifft, gehören der Showlinie an. Diese Hunde sind in der Regel etwas größer, breiter gebaut und haben einen breiteren Schädel.

Hunde aus Arbeitslinie bzw. Field Trials sind üblicherweise etwas kleiner, schlanker gebaut und haben einen schmalen Schädel mit längerer Schnauze. Sie sind üblicherweise auch extrem(!) arbeitsfreudig, sehr(!) aktiv und brauchen viel(!) Auslastung. Arbeitslinien sind auch oft etwas sensibler und verfügen nicht unbedingt über das extrem überschäumende Wesen des „klassischen“ Labradors. Fremde mögen sie nicht unbedingt und es wird auch gerne mal das Grundstück bewacht.

Field Trial Labrador beim Wasserapport

3) Was macht den Labrador nun eigentlich zum perfekten Familienhund?

Wird der Labrador also entsprechend seiner Veranlagung ausgelastet und gefordert, ist er -meiner Meinung nach- wirklich der perfekte Familienhund. Ich kann mir keine bessere Rasse vorstellen. Aber der eigene Hund ist ja eh meistens der Beste, oder? 😉

Ein Labrador ist ein sehr aufgeschlossener, neugieriger und gesellschaftsliebender Hund. Ein Labrador ist sehr gesellig und liebt es, seine Zeit in der Gegenwart „seiner“ Menschen verbringen zu dürfen.

Es handelt sich um sehr charakterfeste und ausgeglichene Hunde. Sie sind im Alltag oft sehr „gechillt“ und nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. D.h. sie haben meist kein Problem mit dem turbulenten und teilweise recht lauten Treiben, das in einer Familie mit (Klein-)Kindern in der Regel üblicherweise herrscht 😉

Und sie bringen eine große Portion Geduld mit. Was im Zusammenleben mit Kindern ebenfalls von großem Vorteil ist…

Familienhund Labrador

4) Und jetzt mal ehrlich: Welche negativen Eigenschaften besitzt ein Labrador?

Zum Schluss noch Butter bei die Fische. Denn so toll diese Hunde auch sind – auch sie besitzen die ein oder andere Eigenart, die jetzt nicht unbedingt so prickelnd ist. Denn…

…sie sind unglaublich verfressen: Der gemeine Labrador liebt vor allem eines – sein Futter. Diese Hunde würden den ganzen Tag lang fressen. Und zwar so ziemlich alles, was ihnen vor die Nase kommt. Bananen, das Müsli der Kinder, Gummibärchen? Immer her damit! Vorteil: Das Problem „der Hund hat vor Stress seit Tagen nichts gefressen“ ist dem Besitzer eines Labradors in der Regel völlig unbekannt.

…sie haaren wie verrückt: Wenn man denkt, man kauft sich einen Labrador und hat mit diesem Kurzhaarhund kein „haariges“ Problem… Vergesst es! „Labis“ haaren zeitweise so stark, dass man den Staubsauger eigentlich überhaupt nicht mehr aus der Hand zu legen braucht. Ich übertreibe nicht – es ist eine Katastrophe.

...sie sind nicht gerne alleine: Ein Labrador ist definitiv kein Hund, den man draußen oder im Zwinger halten könnte. Man kann ihnen beibringen, eine Zeit lang alleine zu bleiben. Bei uns war das ein harter Weg (über Fiepen, Heulen und Randalieren war alles dabei). Sie hat es gelernt – aber sie mag es nach wie vor nicht.

…sie lieben Schlammbäder: Ein Labrador liebt es, zu schwimmen. Mindestens genauso sehr liebt er es, ein Schlammbad zu nehmen. Ich kennen keinen Labrador, der sich nicht regelmäßig bis zur Schwanzspitze komplett „einsaut“.

…sie haben ihren eigenen (Dick-)Kopf: Diese Eigenschaft finde ich -je nach Situation- entweder sehr positiv oder einfach nur nervig 😉


Habt ihr noch weitere Fragen? Dann immer her damit 🙂 Hinterlasst mir einfach eine Nachricht in den Kommentaren! Habt ihr selbst vielleicht sogar einen Labrador oder einen anderen Hund? Erzählt doch mal!

Quellen:

(1) https://www.vdh.de/welpen/mein-welpe/labrador-retriever

Wikipedia, „Labrador Retriever“, https://de.wikipedia.org/wiki/Labrador_Retriever

Labrador Club Deutschland e.V., „Einsatzvielfalt des Labradors“, http://labrador.de/rassebeschreibung.html

Verband für das Deutsche Hundewesen, „Rasselexikon: Labrador Retriever“, https://www.vdh.de/welpen/mein-welpe/labrador-retriever

 

9 Comments

  • Hallo,
    wir hatten eine Dalmatiner Dame und nun kommt ein Labrador Retriever Mädchen in blond 8 Wochen alt zu uns. Die Mama eine super entspannte Arbeitslinie und der Papa ein sehr ausgeglichener Rüde Showline.
    Wir haben einen kleinen Sohn mit 2 1/4 Jahren und eine große Tochter mit 22 Jahren. Meine Tochter wohnt nicht mehr zu Hause, doch sie freut sich sehr auf den Familienzuwachs. Gibt es etwas wichtiges zu beachten, bei einem Kleinkind und einem Welpen. Dass es anstrengend wird ist mir klar, doch evtl. aus der Erfahrung heraus, gibt es ein paar Ratschläge die hilfreich sein könnten.
    Danke und Grüße Elke

    • Hallo Elke!
      Oh, Dual Purpose Hunde finde ich ja auch super toll! 🙂 Da kenne ich auch eine Züchterin, die soooo tolle Hunde hat!
      Ich denke, dass ich in erster Linie darauf achten würde, dass das Kind dem Hund auch mal genug Ruhe lässt 😉 und die Grenzen des Hundes respektiert. Also eher Arbeit am Kind als Arbeit am Hund *lach*
      Und sicher wird es stressig – aber das Positive wird ziemlich sicher absolut überwiegen!!!
      Liebe Grüße und ganz viel Spaß mit Kind und Hund!!!

  • Hallo Lisa,
    ich habe deine Beiträge über eure Hundedame schon länger verfolgt, aber es nie geschafft, mal einen Kommentar zu hinterlassen, was ich hiermit nun ändern möchte.

    Wir haben auch eine Labrador-Dame (in braun, fünfeinhalb Jahre) und sie ist auch ein richtiges Familien-Mitglied, was wir nicht mehr hergeben wollen. Von daher gebe ich dir total recht – ich finde auch, dass der Labrador ein SUPER Familienhund ist. Wir haben allerdings eher die Showlinie erwischt. Trotzdem braucht sie viel Auslauf (auch, um schlank zu bleiben ;-)), aber das lässt sich bei uns (wir haben einen Sohn) auch sehr gut in den Alltag integrieren – zB: wir laufen vormittags los und kommen nach einkaufen, Spielplatz, Baustelle o.a. erst mittags zurück. Das hätten wir wahrscheinlich sowieso gemacht, da ist der Hund keine große Belastung. ODER: zum Glück haben wir den Hund, vielleicht wären wir sonst gar nicht so oft draußen und wären wie manch andere Familien, die nur bei schönem Wetter mal ne Stunde raus gehen 😀

    Das schöne bei diesen Hunden ist, dass sie zwar verlangen, dass man sich an ihre Bedürfnisse anpasst, aber dass sie es andersrum auch machen. Unser Hund ist so unkompliziert – die ist bei Familienfesten genauso dabei, wie wenn wir im Urlaub im Kuhstall mithelfen. Zum Thema verfressen: da frisst sie sogar mit den Kühen zusammen Gras!!! 😀

    Ich kann den Labrador wirklich jedem empfehlen, der einen geduldigen, liebevollen, lustigen haarigen Familienzuwachs sucht. Es ist eine wirkliche Bereicherung.
    Allerdings kann ich auch empfehlen (wenn es geht!!!), dass es sehr von Vorteil ist, wenn zuerst der Hund und dann das Kind angeschafft wird, denn die ersten beiden Jahre mit unserer Braun-Nase waren nicht besonders lustig. Wenn ich mir dann vorstelle – kleines Kind und kleiner Hund – puh…. anstrengend.
    Oder man hat schon größere Kinder… oder man hat einfach mehr Nerven als ich 😉

    Mach weiter so mit deinem Blog, ich lese es immer wieder gerne. Und freue mich auch schon auf den nächsten tierischen Beitrag! 🙂
    Und alles Gute für die kommende Zeit, wenn das Frühlingsbaby schlüpft! 🙂

    LG
    Kristin

    • Hallo Kristin,

      ganz lieben Dank für deinen Beitrag! 🙂

      Ich denke mir auch so oft: Ein Glück, dass wir den Hund haben – so MÜSSEN wir einfach immer raus! Ohne Ausreden und Co. 😉

      Deinen Punkt bezüglich „erst Hund, dann Kind“ sollte ich wohl noch in den Beitrag mit aufnehmen. Das hatte ich gar nicht mehr so im Kopf, aber das erste Jahr mit Hund war echt anstrengend(!) und sie hat mich damals wirklich gefordert wie ein Kleinkind… Das hatte ich wohl schon ganz verdrängt *lach* Möchte man später den gut erzogenen, ausgeglichenen Begleiter haben, muss man am Anfang viel investieren. Das stimmt.

      Dann noch viel Spaß mit eurer Braunnase 🙂 und ganz liebe Grüße!
      Lisa

  • Sehr spannend! Wir haben keinen Labrador, sondern ein kleines Aussky-Mädchen (Husky-Australian Shepherd). Aber eine ihrer besten Freundinnen ist ein Labrador. Da entdecke ich so einigen wieder 😉
    Liebe Grüße, Simone

    • Hallo Simone!
      Wahrscheinlich vor allem die Sache mit der Verfressenheit, oder? 😉
      Oh wow – die Mischung Husky-Australian Sheperd klingt jedenfalls definitiv nach einem richtigen Powerpaket! 🙂
      Liebe Grüße!

      • Verfressen ist unser Nachbarshund auf alle Fälle, aber auch eine ganz tolle Spielgefährtin 🙂
        Ja, Power hat unsere Süße. Aber wir sind sehr aktiv, also muss sie sich zwangsläufig auch viel bewegen. Da ist sie dann abends auch froh, wenn sie mal nur liegen kann 😀

  • Hallo Lisa, jetzt habe ich aber viel über Labis gelernt. Das mit der Show- und der Arbeitslinie wusste ich gar nicht. 😮 Ich hoffe, dass ihr noch ganz viel Freude mit der Maus habt und sie nicht zu schnell eine alte Hundedame wird. Ich hatte meinen Berghund für 14,5 Jahre – ein richtiges Familienmitglied und sicher nicht mein letzter Hund. 👩❤️🐶 Liebe Grüße, Anja

    • Hallo Anja,
      ja, nach so vielen Jahren gehören sie einfach so richtig dazu!
      Ich hoffe auch, dass unsere Knutschkugel noch lange so verrückt und agil bleibt, wie sie jetzt ist 🙂
      Liebe Grüße!

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