„Perlen statt Plunder“: Mit ästhetischem Minimalismus zu mehr Lebensqualität. Mit Tipps der Minimalismus-Queen Andrea Bruchwitz!

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Hallo ihr Lieben!

Was bedeutet „Minimalismus“ eigentlich für euch? Könnt ihr mit diesem Lebensstil etwas anfangen – oder seid ihr eher der Ansicht, dass dieser reduzierte Lifestyle dann doch nicht wirklich zu euch passt?

Falls ihr bereits vom „Minimalismus-Virus“ befallen seid, so habe ich heute eine ganz tolle Buchvorstellung für euch! Und falls ihr bislang (wie ich bis vor Kurzem) der Meinung wart, die Gegenbewegung zu unserer Konsumgesellschaft sei zwar toll, aber dennoch nicht das Richtige für euch – nun, so sei euch das Buch Perlen statt Plunder“ erst recht ans Herz gelegt! 😉

Unser persönlicher Weg zum Minimalismus: Ungeplant, aber gut!

Mit vielen guten Dingen im Leben verhält es sich ja folgendermaßen: Man schlittert mehr oder weniger ungeplant in sie hinein. Und stellt dann erstaunt fest, dass das ja eigentlich eine prima Sache ist 🙂

So sind wir zum Minimalismus gekommen wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Bedingt durch unseren Umzug vor einigen Monaten haben wir nämlich unseren kompletten Hausstand Ende des letzten Jahres ausgemistet und radikal entrümpelt. Denn wer möchte schon unnötigen Krempel, verpackt in Umzugskartons, relativ sinnfrei durch die Gegend schleppen?

In unserem neuen Heim sind wir also mit -für unsere Konsumgesellschaft- relativ wenigen Dingen angekommen: wenige Möbel, kaum Deko, erfreulich wenig Gerümpel und deutlich weniger Kleidung und Spielzeug. Und es hat sich unglaublich gut angefühlt!

Ästhetischer Minimalismus – Verzicht mit Luxusfaktor

Nun waren wir also mitten im minimalistischen Lebensstil angekommen. Und stellten fest, dass es sich ziemlich gut damit lebt. Allerdings fühlten wir uns nicht wirklich als „echte“ Minimalisten. Denn bedeutet dieser Lebensstil nicht eigentlich vor allem eines: ganz viel Verzicht? Und ist das (ohne nun jemandem zu nahe treten zu wollen 😉 ) nicht eher etwas für eingefleischte „Ökos“?

Mitten in diese Überlegungen hinein landete das neue Buch „Perlen statt Plunder“ von Andrea Bruchwitz in unserem Briefkasten. Und abgesehen davon, dass mich das tolle Design des Buchcovers direkt angesprochen hat, traf bereits der erste Abschnitt des Buches genau meinen Geschmack! Denn offenbar machte nicht nur ich mir diese Gedanken:

Stellen Sie sich den typischen Minimalisten vor – denken Sie an einen Menschen, der bewusst auf Konsumgüter verzichtet. Ich bin das genaue Gegenteil davon, von meinem blonden Haarschopf bis zu meinen sündhaft teuren Ballerinas, die von einem französischen Modehaus gefertigt wurden. Ich schwöre auf Minimalismus, aber ich sehe ganz und gar nicht danach aus. („Perlen statt Plunder“ v. Andrea Bruchwitz, S. 1)

Und ich gebe zu: Bereits an dieser Stelle hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen. Und auch im Folgenden wurde ich nicht enttäuscht! Wenn ihr also nach einer Lektüre sucht, die mit zahlreichen Tipps für ein minimalistisches und zugleich erfüllteres Lebens aufwartet, sei euch dieser Ratgeber unbedingt ans Herz gelegt!

Buchvorstellung: Der Ratgeber für mehr Lebensqualität durch ästhetischen Minimalismus

Wenn ihr, so wie ich, zu den Personen gehört, die eigentlich gar keine Zeit zum Lesen haben, kann ich euch versichern: Das Buch ist sehr übersichtlich in kurze Kapitel unterteilt und die nötigen Infos werden kurz und detailliert geliefert. Also perfekt für alle Mamas mit Baby / Mamas mit kleinen Kindern / anderweitig schwer beschäftigten Damen 😉

Nach einer kurzen Erläuterung, worum es sich beim ästhetischen Minimalismus handelt und weshalb sich Minimalismus und eine gewisse Portion Luxus ganz und gar nicht ausschließen, folgen auch direkt die praktischen Kapitel. Darin erläutert die Autorin ganz lebensnah, wie man dem minimalistischen Lebensstil Schritt für Schritt Tür und Tor öffnet. Denn von der „Außenwelt“ mit Kleiderschrank, Küche und Co. arbeitet sich „Perlen statt Plunder“ bis in die „Innenwelt“ vor. Und macht auch vor zwischenmenschlichen Beziehungen nicht halt.

Es ist Ihr Leben, also leben Sie es in der Gegenwart nach Ihren eigenen ästhetischen Maßstäben. Womöglich entdecken Sie sonst eines Tages, dass Sie all die schönen Perlen Ihres Lebens verpasst haben – und dass es zu spät ist. („Perlen statt Plunder“ v. Andrea Bruchwitz, S. 70)

Was mir persönlich an diesem Buch besonders gefällt ist jedoch die Tatsache, dass es nicht nur mit allerlei nützlichen und praktischen Tipps daherkommt, die dem Leser zu einem besseren und erfüllteren Leben verhelfen sollen. Die Autorin spricht auch viele negative Aspekte und unangenehme Bereiche des Lebens an – und gibt Tipps, wie man am Besten damit umgeht. Denn manchmal bringt einen ein ehrliches „Think constructive!“ einfach weiter als ein halbgares „Think positive!“ („Perlen statt Plunder“ v. Andrea Bruchwitz, S. 86). 

Gestalten Sie Ihr Leben so, dass Sie sich darin wohl und befreit fühlen. („Perlen statt Plunder“ v. Andrea Bruchwitz, S. 94)

Interview mit der Autorin Andrea Bruchwitz und praktische Tipps für einen minimalistischen Familienalltag

Und ganz besonders hat es mich natürlich gefreut, dass mir die Autorin von „Perlen statt Plunder“ dann auch gleich noch Rede und Antwort gestanden hat! 🙂 Viel Spaß beim Lesen! Und besucht Andrea doch gerne einmal auf ihrem absolut inspirierenden Instagram-Channel! Es lohnt sich 🙂

1) Magst du uns kurz verraten, was dich dazu veranlasst hat, dieses Buch zu schreiben?

Andrea: Eines vorweg: Ich war früher ein echter Shopaholic! Als ich nach einem längeren Auslandsaufenthalt wieder nach Deutschland gezogen bin, ist mir aufgefallen, wie „erleichternd“ das Leben mit weniger Besitz ist. Allerdings war mir der klassische Minimalismus schon immer ein Dorn im Auge. Ich habe mich gefragt: Warum sollte ich Gegenstände wegwerfen, die mir am Herzen liegen oder die mir meine beste Freundin geschenkt hat? Warum sollte ich geliebte Erbstücke oder emotional behaftete Gegenstände entsorgen? Ich liebe Mode – warum sollte ich meine Garderobe krampfhaft auf eine „Capsule Wardrobe“ reduzieren? Gleichzeitig wollte ich mein befreiendes, leichtfüßiges Lebensgefühl beibehalten. Ich habe mich gefragt, was Minimalismus wirklich bedeutet.

Je mehr ich mich in das Thema eingelesen habe, desto mehr ist mir aufgefallen, dass die dargestellten Ansätze zum „leichteren leben“ ziemlich strikt und impraktikabel waren. Außerdem haben sich die meisten Bücher entweder auf das Äußere (= Wohnung, Kleiderschrank, Keller) oder auf das Innere (= Entspannung, Erleichterung, Durchatmen) konzentriert. Mir hat ein ehrliches, lebensnahes Buch gefehlt, das beide Bereiche abdeckt – also habe ich es geschrieben.

2) Waren es hauptsächlich deine persönlichen Erfahrungen (vor allem die Umzüge), die dich zur perfekten Minimalistin gemacht haben oder gab es weitere Personen, die dich inspiriert haben?

Andrea: Es waren die vielen Umzüge, die ich in meiner Studienzeit und danach in meiner Fernbeziehung durchlebt habe. Ich war schon immer eine suchende Seele und habe bemerkt, dass ich die Antworten schneller finde, wenn ich an weniger Dingen festhalte. Mir ist aufgefallen, dass ich vielen Besitztümern sogar eine überproportionale Bedeutung zugewiesen habe. Als ich mich irgendwann gefragt habe „Warum mache ich das eigentlich? Was steckt dahinter?“ ist mir die wirkliche Ursache bewusst geworden – und damit häufig ein Stein vom Herzen gefallen. Ich habe mit den Jahren gemerkt, dass ich mit weniger Besitz unabhängiger, ungebundener und intuitiver agieren kann.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass mir unsere gesellschaftliche Haltung zum Thema „Konsum“ gegen den Strich geht. Ja, ich blättere auch gerne in Modezeitschriften und freue mich, wenn ich mir eine lang ersehnte Handtasche endlich leisten kann – aber muss es wirklich jede Woche ein neuer Modetrend, jede Saison eine neue Garderobe sein? Sollten wir nicht lieber in ein gutes Kleidungsstück investieren und uns möglichst lange daran erfreuen? Durch Medien wie Instagram wird vor allem jungen Frauen suggeriert, dass immer alles brandneu und frisch vom Laufsteg sein muss. Ich wollte hinter diese konsumgetriebene Mentalität ein großes Fragezeichen setzen – ohne das Thema in die Richtung „verrückte Frau mit 21 Katzen“ zu rücken. Stilbewusstsein und Nachhaltigkeit sind vereinbar.

3) Als Mama mit Kind(ern) neigt man dazu, im Chaos und einer Masse an Spielzeug zu versinken. Welchen konkreten Tipp kannst du uns Mamas geben, damit wir wieder „Herr der Lage“ werden? Und was würdest du empfehlen, wenn wir das Konzept unseren Kindern nahebringen?

Andrea: Kinder können Ordnung mit ein wenig Fantasie erlernen. Legt in bestimmten Zeitabschnitten jedes herumliegende Spielzeug spielerisch an seinen festen Platz zurück: „Die Puppen wollen jetzt in ihrer Puppenkiste schlafen“, „Die Autos müssen in die ‚Auto-Box‘, um gewartet und aufgetankt zu werden‘“.

Bezüglich des Kleiderschrankes könnt ihr euch einige Stapel vornehmen, und euch fragen: „Passt das Kleidchen noch? Kratzt es irgendwo oder hat es Flecken?“ Dann könnt ihr gemeinsam zur Kleiderspende fahren. Erklärt den Kleinen ganz ehrlich, dass durch die Kleiderspende „andere Kinder nicht mehr frieren müssen“ oder dass ihr die Sachen verschenkt, weil „andere Eltern sie ihren Kindern nicht kaufen können“. Kinder begreifen sehr schnell, wie schön es ist, anderen Kindern Geschenke zu machen. Die Kleinen haben in dieser Hinsicht häufig mehr Empathie und Mitgefühl als Erwachsene, weil sie noch viel beseelter durch den Alltag gehen.

Ähnliches gilt für Kuscheltiere oder Bücher: „Lesen wir das Buch noch?“, „Können wir anderen Kindern damit eine Freude machen?“ Auch ein gemeinsamer Flohmarkt-Nachmittag mit befreundeten Eltern kann viel Spaß machen.

Das Wertvollste zum Schluss: Wenn Großeltern oder Paten euren Kindern etwas zum Geburtstag schenken wollen, fragt doch lieber nach, ob sie Zeit verschenken könnten: einen Tag im Spiele-Paradies, auf dem Bauernhof, bei den Ziegen im Park oder ähnliches. So habt ihr Mütter auch eure wohlverdiente Zeit zum Durchatmen 🙂


Minimalismus: Ist das etwas für euch – oder eher nicht? Kennt ihr „Perlen statt Plunder“ vielleicht sogar schon? Oder könnt ihr eine weitere gute Lektüre empfehlen? Dann hinterlasst mir doch gerne eine Nachricht in den Kommentaren 🙂

11 Comments

  • Unser Einrichtung-Stil ist immer schon eher minimalistisch, kühl, aufgeräumt und auch unsere Wohnung mag ich gerne ordentlich. Unsere Frieda hat aber meeega viele Spielsachen und es ist kein einziges Teil dabei, was wir nicht mögen. Es ist eben kein „Mist“. Von alten, unbenutzten Sachen kann ich mich jedoch sonst hervorragend trennen. Ich liebe es sogar auszusortieren und zu verkaufen oder zu verschenken. Mich befreit das ❤️

  • Wir sind soweit weg vom Minimalismus wie die Erde vom Mars. Aber ich möchte mich dem Thema ganz bald wirklich widmen, denn bislang fange ich immer nur an kleinen Ecken an und dann kommt das Leben und der Alltag dazwischen und wir verfallen in alte Muster….

  • Ich versuche auch minimalistisch zu leben, weil es einfach befreiend ist. Gelingt nur so halb, aber immerhin. Wir haben bald wieder einen Kindergeburtstag anstehen und ich versuche immer alle von Unternehmungen als Geschenke zu überreden, aber das klappt echt schlecht. Spielzeug ist wahrscheinlich einfach schneller gekauft…

    • Die Idee bezüglich der Unternehmungen werde ich jetzt auf jeden Fall auch aufgreifen – einen Versuch ist es wert 😉 Dann bin ich mal gespannt, wie sich das bei uns umsetzen lässt!

  • Huhu,

    ein echt interessanter Beitrag mit interessanten Fragestellungen. Das Buch klingt ideal für die Menschen die sich damit auseinandersetzen möchten. Ich bin ja eher das Gegenteil und ein „Messi“.. Ich kann mich sooo schlecht von Dingen trennen und denke zig mal nach bevor ich etwas „entsorge“ oder in den Keller bringe. Das fängt mit den Büchern an und hört mit Dekoration auf. Daher ist das glaube für mich eher weniger was, da mir dazu die Willenskraft fehlt.

    Lg
    Steffi

    • Hallo Steffi,

      Hehe, ja das ist wirklich manchmal etwas schwierig 😉 Dazu habe ich allerdings auch einige Tipps im Buch: Du könntest zum Beispiel mit einer „Vielleicht-Box“ starten und zweifelhafte Dinge für 30 Tage ganz hinten im Schrank in einem zugeklebten Karton deponieren. Nach einem Monat kannst du dann schauen, was du davon vermisst hast – oder ob du die Box sogar schon vergessen hast 😉

      Dir einen zauberhaften Tag,
      Andrea

  • Ich versuch mich ja immer mehr von unnützem zu Trennen. Hab noch einige Kartons von meinem letzen Umzug im keller, den ich endlich mal ausmisten muss – alleine schon, damit der nächste Umzug nicht so nervig wird.
    Sehr gut finde ich die Tipps für die Kids. Sachen, mit denen man nicht mehr Spielt, weggeben, fördert ja zusätzlich noch etwas mehr Sozialbewusstsein, was grade in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig ist.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

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