Weshalb “Corona-Ferien” nichts mit Kindergartenfrei oder Homeschooling zu tun haben

Hallo ihr Lieben!

Ein Großteil meiner Stammleser weiß es sicherlich. Denn diese treue Lesergruppe (an dieser Stelle mal einen dicken Knutscher an euch und lieben Dank für eure Treue!) besucht meinen Blog vorwiegend aufgrund der Tatsache, dass wir kindergartenfrei leben und unsere 3 Kinder selbst zu Hause betreuen. Beziehungsweise betreut haben, denn unsere Große ist seit letztem Sommer ein wirklich sehr glückliches Schulkind, auf das wir auch sehr stolz sind 🙂

Allerdings darf ich auf meinem Blog monatlich auch mehrere Tausend (okay, rund 45.000 😉 ) neue Leser begrüßen, die mich regelmäßig über Pinterest oder Google finden. Und für euch, ihr lieben neuen Leser, habe ich die wichtigsten Artikel rund um das Thema “Kindergartenfrei” hier noch einmal verlinkt. Dort könnt ihr die wichtigsten Facts einmal nachlesen. Falls ihr mögt 😉

Wie es zu dieser schändlichen 😉 Situation gekommen ist: Weshalb unsere Kinder keinen Kindergarten besuchen. Und dies auch nicht tun werden.

Wer genau sind eigentlich diese “Selbstbetreuer”?: Wir sind kindergartenfreie Selbstbetreuer. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Sowie ein weiterer recht gern geklickter Artikel meiner Leserschaft: 5 Dinge, für die man KEINEN Kindergarten braucht.

“Jetzt leben wir auch kindergartenfrei!”

Wenn ich in den letzten Tagen einige Sätze sehr oft gehört oder gelesen habe, so waren es sicherlich diese hier:

“Im Moment leben wir kindergartenfrei. So wie ihr!”

“Jetzt sind wir auch Selbstbetreuer!”

“Zur Zeit machen wir Homeschooling. Wie einige deiner Bekannten.”

Dazu kann ich nur sagen: Jein! 🙂 Denn einerseits weiß ich sehr wohl, wie diese Aussagen gemeint sind. Die Kindergärten / Schulen sind momentan aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Und die Kinder somit den ganzen Tag zu Hause. Betreut beziehungsweise beschult werden die Kids (in den meisten Fällen) von Mama oder Papa. In gewisser Weise stimmen die oben zitierten Aussagen zu einem gewissen Maße also schon. Also zumindest einerseits.

Denn andererseits sind diese Sätze im Grunde genommen auch komplett falsch 😉 Die momentane Situation hat, betrachtet man es einmal genauer, im Grunde genommen überhaupt nichts zu tun mit dem, was man allgemein unter den Begrifflichkeiten “Kindergartenfrei” und “Selbstbetreuung” versteht. Denn der Alltag von Familien, die grundsätzlich und aus Überzeugung ohne Kindergarten leben, sieht normalerweise ganz anders aus. Nein, eigentlich nicht nur ganz anders. Sondern vielmehr komplett(!) anders.

“Corona-Ferien” sind nicht “Kindergartenfrei”

Denn unser aktueller Alltag beziehungsweise das Leben in Zeiten der Corona-Krise ist in keiner Weise vergleichbar mit unserem “normalen” Alltag als Selbstbetreuer. Und auch, wenn unsere Große im Moment zu Hause von mir beschult wir, hat dies nichts zu tun mit dem Homeschooling, welches einige unserer in Frankreich lebenden Bekannten betreiben. (Kleine Anmerkung: Entgegen der landläufigen Meinung gibt es in Frankreich, wie in den meisten Ländern dieser Erde, KEINE Schulpflicht. Kinder dürfen also ohne großen Aufwand zu Hause unterrichtet werden. Während die meisten Länder zumindest eine Bildungspflicht eingeführt haben, gibt es in Frankreich nicht einmal diese.)

Gerade in Familien, die wie wir ihre Kinder zu Hause betreuen, spielen soziale Kontakte und Freizeitangebote eine sehr große Rolle. Kinderturnen, Sportverein, Bibliotheksbesuche, der Besuch kultureller Angebote für Kinder, Spielenachmittage in Familientreffs und -last but not least- regelmäßige Treffen mit Freunden und Bekannten gehören üblicherweise zum “normalen” Alltag von Selbstbetreuern einfach dazu. Und zwar in geballter Form 😉

Hund im Wald

Und davon findet momentan statt: nichts. Wir sitzen zur Zeit, wie (hoffentlich) alle anderen auch, recht isoliert zu Hause herum. Und gehen maximal (alleine) im Wald spazieren. Unser aktueller Alltag ist also ein komplett anderer als der, den wir sonst haben.

Bleibt also nur, Folgendes festzuhalten: Wirklich vergleichbar sind “Corona-Ferien” und das kindergartenfreie Leben nicht. Ähnlich verhält es sich mit dem zur Zeit betriebenen häuslichen Schulunterricht und dem “echten” Homeschooling. Auch, wenn in allen Fällen die Kinder jeweils zu Hause sind und von den Eltern betreut / beschult werden. Das war es aber auch schon, denn sonst sind es zwei komplett verschiedene Paar Schuhe.

Und ehrlich gesagt wäre es zugegebenermaßen auch ein ziemlich tristes und freudloses Dasein, wenn das “normale” kindergartenfreie Leben dauerhaft aussehen würde wie unser aktueller Alltag 😉

7 Comments

  • Ich gebe dir in eigentlich allem Recht, was in diesem Artikel steht! Meine Tochter ist bis zu ihrem Schulanfang letztes Jahr auch komplett kindergartenfrei aufgewachsen. Deswegen kenne ich diese Situation sehr gut. Ich glaube, was wir kindergartenfreien Familien vielleicht etwas anders haben, als Familien, bei denen die Kinder im Kindergarten sind, ist schlicht die Tatsache, dass wir es gewohnt sind (und es hoffentlich auch sehr mögen), dass wir viel Zeit gemeinsam verbringen. Ich höre von einigen, dass sie es gar nicht wirklich kennen, so viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Die Umgewöhnung ist da eventuell eine deutlich andere.
    Viele Grüße und bleibt gesund, Becky

  • Trotzdem genießen wir es sehr. Wir können lange schlafen, gemeinsam kochen, den Haushalt in Ruhe erledigen, gemeinsam lernen und viel spielen. Allein, mit den Eltern, als Geschwister. Es ist ein Wochenende, das gar nicht enden will. Natürlich fehlt ein wichtiger Teil (die sozialen Kontakte), aber es sind schon auch viele Teile da, denke ich.

    • Aus dem Artikel geht es vielleicht nicht so sehr hervor – aber wir sind auch definitiv bemüht, das Positive an der Situation zu sehen 🙂 Beispielsweise die Tatsache, dass unsere Große jetzt wieder einmal den ganzen Tag bei uns zu Hause ist. Liebe Grüße an euch 🙂

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